Contouring vs. Strobing

Contouring ist out – Strobing ist der neuste Sommertrend! Und fast alle machen mit. Ja, vermutlich auch ihr. Selbst meine Tochter ist ein perfektes Beispiel für den Trend. Bei über 30 Grad im Schatten ist es kaum möglich ihm zu entgehen, ob man will oder nicht. Während es beim Konturieren darum geht, Schatten an die richtigen Stellen zu zaubern dreht sich beim Strobing alles um Licht, und zwar um möglichst viel davon. Ich habe beide Trends, sowohl den alten als auch den neuen, einmal genauer unter die Lupe genommen.

Um die Looks besser miteinander vergleichen zu können seht ihr links jeweils ein neutrales Bild. Ich habe die Augenbrauen leicht betont, neutrale Lidschatten gewählt und auf den Lippen trage ich lediglich einen transparenten Pflegestift. Dazu entschied ich mich für die Chanel Perfection Lumière Velvet Foundation in 12 Beige Rosé (»Review), die über eine mittlere Deckkraft verfügt und den Teint leicht mattiert. Auf Blush und ähnlich formende Produkte habe ich verzichtet damit der Unterschied besser erkennbar ist. 

Konturieren

Zum Konturieren nehme ich am liebsten den MAC Lidschatten Omega (»Review) oder dem Illamasqua Cremelidschatten Hollow. Der Bereich unterhalb der Wangenknochen, die Seiten der Nase, die Schläfen, der Haaransatz und die Kinnlinie werden schattiert, was das Gesicht schmaler wirken lassen soll und die Knochenstruktur betont. Auch beim Konturieren kommt Highlighter zum Einsatz, allerdings für gewöhnlich dezenter als beim Strobing. Hier ist das Burberry Fresh Glow Puder (»Review, leider ausgelistet) meine erste Wahl.
Außerdem trage ich den Estée Lauder Signature Blush in 21 Peach Nuance und die Lippenstifte Guerlain 261 Rose Imperial und Guerlain 25 Garconne.

Auch wenn mir persönlich dies schon etwas zu viel ist ist es noch eine relativ harmlose Variante. Einige Damen (und Herren – es ist eine beliebte Technik für Drag-Make-ups) schaffen es, sich mit dieser Technik vollkommen zu verändern. Auf Instagram und YouTube finden sich unzählige Tutorials wie beispielsweise diese hier:


Strobing

„Strobing“ ist abgeleitet von strobing light, Englisch für Stroboskop. Ein frischer, strahlender Teint ist immer mal wieder in Mode und regelmäßig auf den Catwalks zu finden. Strobing treibt es mit den Highlights auf die Spitze, ist aber im Grunde nichts Neues. Bei den aktuellen Temperaturen braucht es auch nicht viel für diesen Look: Wenn das Puder versagt kommt der Glow eigentlich ganz von allein. Man kann ihn sich natürlich aber auch schminken:

Eine gepflegte, gut durchfeuchtete Haut ist das A und O für diesen Look. Eine Grundierung, die nicht zu stark deckt und von sich aus schon für ein gewisses Strahlen sorgt bildet die Basis. Empfehlen kann ich beispielsweise Armani Crema Nuda, die für den legendären „Armani-Glow“ sorgen soll (»Review) oder das All-In-One Healthy Glow Fluid von Chanel. Von einer zu deckenden Foundation würde ich persönlich abraten, denn der Look lebt durch Transparenz und Leichtigkeit. Einzelne Unreinheiten und Rötungen können stattdessen punktuell abgedeckt werden. 
Wer den Effekt der Grundierung verstärken möchte, kann von vornherein einen Flüssighighlighter oder einen schimmernden oder aufhellenden Primer untermischen. Für den abgebildeten Look habe ich die Armani Crema Nuda mit der Burberry Fresh Glow Fluid Base (»Review), der illuminierenden Emulsion Wolkenmeer von Rouge Bunny Rouge und dem Givenchy Acti’mine Wake-up Skin Make-up Base in Milk (»Review) gemischt und das Ganze mit den Händen aufgetragen. So verbindet sich die Grundierung optimal mit der Haut.
Einige Stellen sollen besonders hervorgehoben werden: Die Schläfen oberhalb des höchsten Punktes der Brauen, der Bereich unter den Brauen und die Augeninnenwinkel, die Wangenknochen, der Nasenrücken und der Amorbogen. Hierfür habe ich erneut die genannten Produkte von RBR, Givenchy und Burberry gemischt und sie mit einem Pinsel gezielt aufgetragen. 
Da der Look von elfenhafter Transparenz lebt, habe ich dazu lediglich einen winzigen Hauch Blush und einen Volumen spendenden Gloss in transparentem Rosa aufgetragen. Wer möchte, kann die Stellen, die nicht extra durch Highlighter hervorgehoben worden sind ganz dezent abpudern damit der aufgehellten Partien noch stärker zur Geltung kommen.

Wie ihr schon seht bevorzuge ich für diesen Look in erster Linie Creme- bzw. flüssige Produkte. Ich finde einfach, dass sie von Natur aus schon einen ganz anderen Glow mitbringen als es die meisten Puderprodukte tun. Außerdem verbinden sie sich meiner Erfahrung nach besser mit der Haut und versorgen diese meist noch einmal mit einer Extraportion Feuchtigkeit, auf die es bei diesem Look ankommt. Tutorials und Berichte dazu, mal mit Puder, mal mit flüssigen Produkten, findet ihr zum Beispiel hier:


Mein Fazit

Starkes Konturieren kann an manchen Menschen sehr gut aussehen, ich persönlich fühle mich aber nicht wohl damit. Ich komme mir dann schnell sehr intensiv geschminkt vor. Für Fotos ist es völlig ok und sicherlich passt es zu einem glamourösen Auftritt am Abend. wenn ich aber meine Tochter aus dem Kindergarten abhole brauche ich keinen Look alla Hollywood.

Strobing gefällt mir auf den Fotos da schon wesentlich besser. Ich liebe helle, strahlende Elfenhaut! Leider sieht das in der Realität aber ganz anders aus. Meine Haut ist sehr dünn und Rötungen, wie etwa durch Hitze oder Stress, fallen sofort auf. Eine gerötete Haut mit unter Umständen sogar geweiteten Poren muss ja nun wirklich nicht noch durch starken Glanz betont werden.

Seit Monaten ist mein Alltagslook eigentlich nichts anderes als eine dezente Kombination aus beiden Trends. Ich bevorzuge leichte Foundations oder BB Crems (hier: »Armani Crema Nuda), einen rosa oder korallfarbenen Blush (hier: »MAC Azalea in the Afternoon), einen frischen, glossigen Lippenstift (hier: Guerlain 261 Rose Impérial) und etwas Puder (hier: »Givenchy Prisme Libre).
Je nach Lust und Laune greife ich außerdem zu meinem liebsten Puderhighlighter, dem Burberry Fresh Glow Puder (»Review, leider ausgelistet), den ich lediglich dezent auf den Wangenknochen und trage, und zum MAC Lidschatten Omega (»Review) für einen Hauch Kontur. In letzter Zeit kommt darüber hinaus ab und an der Bronzer Guerlain Terracotta Joli Teint 03 Naturel Brunettes zum Einsatz.


Welche Variante gefällt euch am besten? Was haltet ihr von Strobing?


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24 Kommentare

  1. 2. Juli 2015 / 19:37

    Ich bin immer wieder froh das man nicht gezwungen wird Trends mitzumachen.^^
    Am liebsten hätte ich mein Gesicht so matt wie möglich, aber bei dem Wetter ist das ja doch eher schwierig.
    Bei solchen Trends frage ich mich ja auch immer ob den (nicht böse gemeint) "0815 Menschen" überhaupt ein Unterschied auffällt.
    Bei dir sieht jedenfalls beides gut aus. 🙂
    Lg Kim

    • 2. Juli 2015 / 19:55

      Oh ja, darüber bin ich auch froh 😉 Aber sie sich einmal anzusehen schadet ja trotzdem nicht. Und ich vermute, dass du Recht hast: Auf die Details achten wohl wirklich nur wir Beautyjunkies 😉

    • 5. Juli 2015 / 16:12

      Bei mir ist es ähnlich, ich mag matt auch viel lieber an mir. Wohl weil ich ohne mattierende Makeups und Puder sowieso total glänze. Man will irgendwie immer das was man grade nicht hat 🙂

  2. 2. Juli 2015 / 19:51

    Tolle Zusammenfassung! Ich habe über das Video von Wayne Goss von diesem Trend erfahren. Ich bin ein bisschen überrascht wie sehr das gerade die Runde macht. Vielleicht auch nur weil ich das bei noch keinem anderen Make-up Trend so "mitverfolgen" konnte.
    Ich finde auf den Fotos das konturierte auch schon ein bisschen zu stark – am schönsten finde ich das Abschlussbild, da ist alles in einer guten Dosis vorhanden.

    • 2. Juli 2015 / 19:54

      Ja, ich habe es etwas übertrieben damit man den Unterschied sieht. Aber ganz so heftig wie bei manch anderen ist es trotzdem noch nicht. Ich finde es ja schon irgendwie beeindruckend das man sich optisch damit so sehr verändern kann, siehe Videos von Miss Fame und Pony (oben verlinkt). Mir ist es aber für den Alltag zu viel und vor allem auch zu künstlich. Lieber von allem nur ein bisschen, sei es nun Kontur oder Strobing 😉

  3. 2. Juli 2015 / 23:17

    Mit Highlightern stehe ich von jeher etwas auf Kriegsfuß. Vielleicht auch weil meine ölige Haut von ganz alleine sehr schnell glänzt. Ich würde also mal sagen, bei dem Trend bin ich definitiv raus. ^^

    • 3. Juli 2015 / 5:16

      Oder eben nicht: Wenn deine Haut glänzt hast du im Grunde genau das, worauf es beim Strobing ankommt 😉

  4. 3. Juli 2015 / 5:05

    Ich habe vor zwei Tagen das Wort Strobing überhaupt das erste Mal bei Magi gelesen ;D Gestern habe ich es direkt ausprobiert – am heißesten Tag, ich weiß nicht was da in mich geritten ist *lach* Ich habe es grundsätzlich recht schön gefunden, obwohl ich bei weitem nicht so weit wie du gegangen bin, also ich habe nicht noch einen highlightenden Primer unter meine Foundation gemischt, sondern lediglich meine F&B Foundation von MAC verwendet, was für mich schon das höchste der Gefühle ist, da ich fettige Haut habe 😉 Meine Highlights haben sich dann auf die Stirn, den Nasenrücken, den Wangenknochen, das Lippenherz und den Punkt über dem Kinn (keine Ahnung wie die Bezeichnung dafür ist ;P) 'beschränkt'. Mir hat schlussendlich dann aber doch mein Hauch von Kontur, die ich immer ganz dezent unter den Wangenknochen setze, gefehlt und die Highlights waren mir insgesamt zu extrem. Natürlicher Look und sheere Foundations ja – gerade bei den Temperaturen – aber so viele Highlights nein, ich glänze eben von Haus aus schon genug. Vielleicht probiere ich es bei kühleren Temperaturen noch einmal, obwohl man nie weiß, ob bis dahin nicht schon wieder ein neuer Trend auf dem Markt ist ;P

    • 3. Juli 2015 / 5:15

      Das ist im Grunde genau das, was ich meine. Je nach Hauttyp oder Temperaturen braucht man gar keine Highlighter für den Strobing-Look, das macht die Haut dann schon ganz von allein 😉

  5. 3. Juli 2015 / 5:07

    Ein toller Beitrag.
    Der Strobingtrend ist auch bei mir angekommen, wobei – wie du schon sagst – es im Grunde nichts komplett neues ist. Ich war nie ein Freund des Konturieren und fühlte mich damit oft zu overdone. Das Highlighten fiel mir da schon leichter 🙂
    Auf beiden Bildern, sowohl Contouring als auch Strobing, siehst du toll aus.

    LG Manuela
    Blush & Sugar

  6. 3. Juli 2015 / 5:29

    Meine Nase konturiere ist überhaupt nicht. 2x Nase Putzen und das wärs dann sowieso 🙂 Ich mach einfach was mir gefällt. Egal welchen namen das grad haben soll.

  7. 3. Juli 2015 / 7:25

    ein sehr interessanter Post! Ich hab diesen Trend mit Strobing noch gar nicht so richtig mitbekommen xD

  8. 3. Juli 2015 / 8:05

    Mir gefällt Strobing für den Alltag auch besser, weil es frischer aussieht. Aber es kommt wohl immer aufs Gesicht an, bei einem schön geformten Gesicht wo eh alles passt finde ich Contouring manchmal nicht notwendig. Also wenn man zb. von Natur aus Wangenknochen hat etc. Strobing ist ja auch nicht wirklich was neues, Highlighten hat man das früher genannt, ist für mich nur ein neues Wort dafür…. Ich muss dabei immer an die MAC Strobe Cream denken.

  9. 3. Juli 2015 / 8:08

    Guerlain Joli Teint mag ich auch sehr gern, das ist eine gute Misching aus Kontur, Blush, Highlight und Bronzer 😀 Man sieht damit immer so frisch aus. Und einfach anzuwenden.

  10. 3. Juli 2015 / 8:15

    Ich hatte es schon bei Magi geschrieben: Ich mag beide Techniken wobei Strobing ja nun echt nichts neues ist. Es hat halt nur n Namen bekommen. 😀
    Ich find es ist ne schöne "leichte" Alternative für den Sommer, wo ich mir Kontur eh meistens spare, damit sie mir nicht von den Wangen ans Kinn schmilzt. >_>' Ich bin vom Typ her auch etwas öliger, benutze darunter aber einfach eine leichte, lose Puderfoundation gemischt mit durchsichtigen Settingpuder für eine angenehme, nicht wegschwimmende Base und darüber meistens eher Puderhighlighter, da ich die flüssigen nicht so gerne über ein Puder gebe. Wenns mal superultrtahfiuerbfr glowy sein soll, kommt der Becca Skinperfector drunter, MAC MSF Loose in Light+ mit Prep+Prime Puder leicht drüber, Touche Eclate zum leichten Ausgleich von Augenschatten usw. und jede Menge Lightscapade und Moonstone drüber. Ohne mir das selber anmassen zu wollen, aber man hat ein bisschen was elfenhaftes. c; 😀

  11. 3. Juli 2015 / 9:05

    Toller Post! Strobing höre ich auch zum ersten mal, wieder was gelernt 😉
    Aber ich hänge echt immer hintendran, habe erst vor kurzem das Contouring für mich entdeckt. Wobei so wie ich es mache, es doch sogar eine Kombination aus beidem ist 😀 LG

  12. 3. Juli 2015 / 10:14

    Das Ergebnis sieht wirklich toll aus! Und ich muss sagen: wirklich eine schöne Elfenhaut beim Strobing! Ich habe immer etwas Angst zu schnell doch glänzend auszusehen… aber… eine sehr schöne, strahlende Optik… ganz toll- danke für den klasse Vergleich!

  13. 3. Juli 2015 / 14:19

    Ich bin ja eher die Fraktion mit einem sehr unruhigen Hautbild. Zwar keine Unreinheiten, aber dann sind da die erweiterten / geplatzten Äderchen und die großen Poren um die Nase. Dazu Augenringe… und dann eher glänzend…
    Strobing hab ich gelesen und war schon sehr skeptisch. Bei dir sieht das sehr hübsch aus. Danke für dir für die tolle Übersicht und die anschaulichen Fotos zum Vergleich!
    Da auch das Contouring bei mir eher vorsichtig stattfindet, werde ich auch das strobing doch erst mal vorsichtig beäugeln… wenn dann kommt nur eine Mischung in Frage! 🙂
    Viele liebe Grüße ,
    Liz MiniMe

  14. 6. Juli 2015 / 11:07

    Da ich so gar kein Fan von Highlighter und viel Glanz im Gesicht bin, ist Konturieren eher meins ^^ aber auch das mache ich eher nur leicht. Zu stark fühle ich mich da auch etwas sehr "angemalt".

  15. 6. Juli 2015 / 19:45

    Von Strobing hatte ich vor Deinem Post tatsächlich noch nie gelesen. Da ich aber zu etwas öliger Haut neige, sieht mein Gesicht allerspätestens Mittags aber aus, als hätte ich genau das gemacht XD Nur etwas speckiger *hust* Ich versuch zwar immer zu mattieren, aber irgendwie hab ich noch nie Produkte gefunden, bei denen das auch nur nen halben Tag gut funktioniert. Und ich muß ehrlich gestehen, dass ich zu faaauuul bin um Mittags noch mal nach zu pudern. Grad bei der Arbeit… Da muß ich Essen und Nachrichten lesen. *hihi*
    Contouring mach ich auch sehr selten. Hab noch nicht die Übung und morgens ist mir das Risiko, mit dunklen Balken im Gesicht zu enden, dann doch zu groß.
    Bei Dir gefallen mir in der Tat aber beide Varianten. Beide bringen Deine Wangen toll zur Geltung!
    LG

  16. 12. Juli 2015 / 15:51

    Ich konturiere gern meine Wangen, damit sie nicht so voll aussehen, bei Highlighter bin ich sehr vorsichtig, weil meine Poren ziemlich groß und nicht ebenmäßig sind. Also eher kein Trend für mich 🙂

    LG, OktoberKind

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