Abnehmen durch Kalorien zählen
Meine Antworten auf eure Fragen

 

 

Carina und Claudia haben es vorgemacht: eine Fragerunde zum Thema Abnehmen. Mir gefiel die Idee gut und ich beschloss, euch ebenfalls Fragen stellen zu lassen, sobald ich die 40 Kilo geknackt habe. Letzte Woche war es dann endlich so weit und die Waage zeigte mir exakt 40 Kilo weniger an als noch zu Beginn meiner Ernährungsumstellung. Fertig bin ich zwar noch nicht, ca. 5-6 Kilo sollen noch runter, aber dennoch ist es für mich Grund genug zum Feiern. Via Facebook, Twitter und Instagram rief ich euch auf, mir Fragen zu stellen, die ich heute gern beantworten möchte. Solltet ihr noch weitere Fragen haben, stellt diese gern in den Kommentaren und ich beantworte sie gern.

 

 

Warum, glaubst du, bist du früher gescheitert?

 

Wie viele übergewichtige Menschen habe ich schon die ein oder andere Diät hinter mir. Unter anderem habe ich vor zig Jahren Weight Watchers gemacht und war ganz zufrieden damit (allerdings ohne Gruppe, sondern nur mit einem Programm auf dem Computer). Auch abends nur Low Carb zu essen hatte durchaus etwas gebracht. Allerdings reden wir hier “nur” von einer Abnahme von 2-4 Kilo. Beide Ansätze waren vielversprechend, aber ich denke, mir fehlte die Disziplin. Möchte man abnehmen, sollte man dauerhaft etwas an seiner Ernährung ändern und nicht nur für ein paar Wochen. Auch habe ich mich lange gar nicht so dick gefühlt. Von vorn sah ich immer ganz okay aus. Ich hatte Taille, Hals und kein dickes Gesicht. Klar wusste ich, wie viel ich wiege und wie ich im Profil aussehe, aber das kann man ganz gut ignorieren, wenn man Menschen um sich hat, die einen lieben wie man ist und einen nicht spüren lassen, dass man dick ist. 

 

 

Was war dein berühmter “Klick-Moment”? / Was hat jetzt hauptsächlich zum Erfolg geführt?

 

Der Gedanke abnehmen zu wollen, kam immer mal zwischendurch. Besonders, wenn ich schon wieder eine Größe mehr brauchte oder etwas, was ich gern gehabt hätte, nicht in meiner Größe erhältlich war oder furchtbar an mir aussah. Aber es reichte eben nie, um wirklich etwas zu unternehmen. Ich kann nicht genau sagen, was diesmal anders war. Vielleicht lag es daran, dass Ende 2015 so einige Menschen um mich herum sehr viel abgenommen hatten. Besonders beeindruckt und inspiriert haben mich wohl eine Freundin von mir, die früher immer mehr wog als ich und nun mit Sport und Low Carb abnahm, und Carina mit ihrem Ein Pummel wird fit Projekt. Da es bei uns im Dezember und Januar einiges zu feiern gibt, beschloss ich, gleich danach anzufangen. Am 23. Januar 2016 bin ich gestartet und ziehe es seit dem durch.

 

 

   

Wie lange hast du gebraucht und wie hast du über die Zeit deine Motivation aufrechterhalten?

 

Seit dem 23. Januar 2016 sind bis heute 82 Wochen vergangen und bis auf den Cheattag einmal pro Woche und unseren Urlaub in Disneyland gab es keine Pausen. Meine größte Motivation war das Abnehmen selbst. Oft lese ich, man solle sich bloß nicht zu oft wiegen, um sich nicht unter Druck zu setzen. Für mich ist die stetig schrumpfende Zahl auf der Waage aber genau das, was mich bei der Stange hält. In den ganzen 82 Wochen gab es nur 10 Wiegetage (einmal die Woche ist Wiegetag), an denen ich mehr oder genauso viel wog wie in der Woche davor. Und dies waren meistens Wiegetage rund um Feiertage, Urlaube und in der Weihnachtszeit. Da wusste ich also auch genau, woran es lag und es war für mich kein Grund, an mir oder dem Kalorien zählen zu zweifeln. Auch, dass ich irgendwann wieder Kleidung außerhalb der Große-Größen-Abteilungen kaufen konnte und der Zuspruch der Menschen in meiner Umgebung halfen mir sehr. Und dank des Cheattages habe ich selten das Gefühl, auf etwas verzichten oder mich einschränken zu müssen. Zumal sich der Körper auch mit der Zeit an die neue Ernährungsweise gewöhnt.

 

 

In welchem “Kalorienziel” bewegst du dich und hast du auf Makronährstoffe geachtet oder bloß gezählt? 

Wie viele Kalorien ich zu mir nehme, hat sich im Laufe der Zeit stetig geändert. Wer mehr Masse mit sich herum trägt, darf glücklicherweise auch mehr essen. Mehr dazu in meinem Artikel Kalorien zählen – Theorie und Praxis. Wie viel ich essen darf, sagt mir die Abnahme-App meiner Wahl: Noom Coach. Angefangen habe ich mit etwa 1850 kcal pro Tag, was wirklich absolut schaffbar ist. Nimmt man ab, passt die App den Kalorienbedarf automatisch an. Aktuell “darf” ich laut Noom 1340 kcal essen. Durch die langsame Anpassung gewöhnt man sich sehr gut daran und muss nicht von jetzt auf gleich auf alles verzichten. Wenn man Sport macht, werden einem zusätzliche Kalorien angerechnet.

 

Tatsächlich verbrauche ich aktuell oft nur 1000 bis 1100 Kalorien. Es gibt einfach so viel leckeres Obst und gerade im Sommer ist mir oft nach Salaten und generell leichterem Essen. Auf die gesunden Nährstoffe achtet man dabei ganz automatisch. Würde ich nur Burger essen, käme ich mit 1100 Kalorien wohl nicht sehr weit. Neben Gemüse und Obst esse ich mageres Fleisch, Weizenmischbrot, Joghurt und  ja, auch sicherlich hin und wieder mal etwas mit mehr Kalorien, allerdings in Maßen. Was Getränke betrifft, so war Wasser ohnehin schon immer meine erste Wahl. Alle paar Monate lasse ich mir außerdem beim Arzt Blut abnehmen, um sicher zu gehen, dass es meinem Körper an nichts fehlt. 

 

 

   

 

Hattest du Cheatdays?

Ja, bei mir gibt es regelmäßig einmal pro Woche einen Cheattag. Dies ist jedoch kein Tag, an dem ich alles in mich hinein stopfe, was ich in die Finger bekomme. Es ist einfach nur ein Tag, an dem ich nicht aufschreibe, was ich esse, und an dem es Gerichte gibt, die in der restlichen Woche nicht in meinen Plan passen. Es müssen nicht unbedingt fettige Gerichte wie Burger und Pommes sein. Auch einfach mal wieder etwas Sahne in der Soße oder schlicht der Luxus, sich beim Grillen keine Gedanken machen zu müssen, wie viel Kräuterbutter man zu dem Baguette isst, das ist für mich Cheattag.

 

Früher bezog sich dies sowohl auf das Mittagessen als auch auf das Abendessen und manchmal gab es Nachmittags noch Waffeln, Eis oder Kuchen. Inzwischen merke ich jedoch, dass das einfach nicht mehr geht. Mein Körper hat sich an die neue Art der Ernährung gewöhnt und zwei bis drei Cheatessen an einem Tag quittiert er mir dann auch mal mit Bauchschmerzen. Besonders schlimm war es am Tag nach letztem Silvester. Es gab Raclette und danach ging es mir zwei Tage lang richtig mies. Mir war schlecht und ich fühlte mich müde und unbeschreiblich träge. Zwar wiege ich am Cheattag nach wie vor nichts ab und notiere mir keine Kalorien, seit dem gibt es aber  meist nur noch eine Mahlzeit, die tatsächlich aus dem Rahmen fällt. Manchmal gehen wir Essen, manchmal gibt es auch einfach nur eine größere Portion Nudeln oder ein Brötchen mehr als sonst. Eben einfach wonach mir ist. (Mehr zum Thema Cheattage)

 

 

 Welches waren die größten Herausforderungen?

Ich bin eigentlich wirklich überrascht, wie leicht mir die Umstellung gefallen ist! Große Stolpersteine gab es nicht. Am schwersten war bisher vermutlich die Weihnachtszeit. Ich liebe Weihnachten und all die Leckereien, die es da gibt. Dann folgen viele Feiertage mit Festessen aufeinander und direkt danach kommen schon mein Geburtstag und kurz darauf unser Hochzeitstag. Deshalb habe ich von Anfang Dezember 2016 bis Mitte Januar 2017 ein halbes Kilo zugenommen. Aber mal ganz ehrlich, ein halbes Kilo ist wirklich in Ordnung und es war auch ruck zuck wieder weg.

Schwierig für mich war auch, dass ich aus gesundheitlichen Gründen über ein halbes Jahr lang keinen Sport machen konnte. Letzten Endes ist Sport jedoch ohnehin nicht das, was für meine Abnahme den großen Ausschlag gegeben hat, von daher ist auch das im Nachhinein betrachtet nicht so schlimm gewesen. 

Bisher läuft die Abnahme wirklich gut. Ich denke, jeder hat mal ein Tief, fühlt sich mies und ist unzufrieden, aber im Großen und Ganzen, kann ich mich nicht beklagen.

 

 

Vielen lieben Dank für all eure Fragen und eure Unterstützung. Falls ihr noch etwas wissen möchtet, fragt gern! 

 


 


 

Für diejenigen, die gern mehr über meinen Abnehmweg wissen wollen und die früheren Artikel verpasst haben, hier noch einmal alle Links:

 

• Von Ernährung, Sport und neuen Hosen
• Kalorien zählen – Theorie und Praxis
Meine liebsten (kalorienarmen) Hello Fresh Rezepte
3 einfache, kalorienarme Backofen-Rezepte

• Zwischenbericht: Ein Jahr Kalorien zählen

• Joggen für Anfänger Teil 1: Die Lauf-Ausstattung

• Joggen für Anfänger Teil 2: Jeder fängt mal klein an!

• Meine liebsten Naschereien mit weniger als 90 kcal

 

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9 Kommentare

  1. 20. August 2017 / 17:24

    Liebe Melanie, seit ich wusste, dass Du den Beitrag schreibst, habe ich mich sehr darauf gefreut 🙂 Man liest ganz viel übers Abnehmen, was die richtige Methode sein soll, was es zu beachten gibt, welche “Diät” hilft und was nicht. Jeder will es besser wissen – und ganz viele vermitteln gefährliches Halbwissen oder schlagen Produkte zum Abnehmen vor, bei denen ich die Hände über den Kopf zusammenschlage. Ich habe in meinem Leben schon so einiges ausprobiert, sei es eine Diät, Kalorien zählen, Intuitiv Essen, Low Carb, Low Fat, Weight Watchers – irgendwie war alles kurzfristig “ganz toll”, aber für mich keine Lösung. Nach solchen Aktionen hatte ich zwar abgenommen, aber ich hatte keine Lust, das jetzt noch über Monate durch zu ziehen, weil ich merkte, dass das einfach alles nichts für mich ist. Wer langfristig abnehmen will und muss, braucht vernünftige Methoden, die im Alltag gut umzusetzen sind. Also habe ich auch einfach nur meinen Grundumsatz ermittelt plus den Anteil Sport obendrauf gepackt, über 1 Jahr Kalorien gezählt und bin knapp 25 Kilo losgeworden. Ohne Hunger, mit viel Disziplin, mit wenig Disziplin (Glück gehabt^^) und auch mal mit Stillstand – jedenfalls hat sich für mich am Besten das bewährt, was Du hier auch beschreibst. Der Cheatday ist ja bei vielen umstritten, aber ich finde es alle Male besser als sich alles zu verkneifen und dann kommen Heißhungerattacken und/oder Gelüste auf. Viel Bewegung ist für mich persönlich das A und O, so werden auch Sünden öfter mal verziehen. Auch ich bin noch nicht fertig, bei mir sind es noch einige Kilo mehr als bei Dir, die ich verlieren möchte.

    Ich finde Deinen Erfolg super und 40 kg weniger sind ein ganz neues Lebensgefühl, die sind es sogar schon mit “nur” 25 kg weniger wie bei mir – aber was man an Lebensqualität mit jedem verlorenen Kilo zurück erhält, ist die schönste Belohnung, neben der Tatsache, dass mein seine Gesundheit maßgeblich positiv beeinflusst.

    Den Rest schaffst Du auch noch – und ich freue mich aufrichtig mit Dir über so eine tolle Leistung <3 Liebe Grüße

  2. Caterina
    21. August 2017 / 14:50

    Hallo Melanie,

    ich bin ja meistens eher eine stille Leserin, aber nun wollt ich dir zu deiner tollen Abnahme gratulieren! Und dir sagen, dass du mich wirklich motivierst! Ich bin selbst stark übergewichtig, habe bis Anfang letzten Jahres mit Low Carb ca. 25 kg abgenommen, mich dann aber leider nicht mehr dran gehalten und bin nun wieder bei meinem Ausgangsgewicht :-/ Ich hab bisher einfach noch nicht wieder die Kurve gekriegt, hoffe aber, dass ich meinen inneren Schweinehund auch endlich besiegen und mich zu einem Neustart aufraffen kann!

    Viele Grüße,

    Caterina

  3. 21. August 2017 / 15:57

    Sehr schöner Beitrag – Und danke für die Verlinkung! Richtig toll was du erreichst hast und vor allem dass du damit zeigst, dass es keine Quälerei ist und kein Hexenwerk. Man muss halt Disziplin gerade am Anfang haben und dann verändern sich automatisch die Essegwohnheiten. Großes Kino! Viel Erfolg also weiterhin für die letzten Kilo und das Halten danach – Bin mir aber mehr als sicher, dass du das locker schaffst!

  4. 22. August 2017 / 13:14

    Wundervoller Beitrag. Ich lese immer wieder gerne von deinen Erfolgen und finde mich auch immer bei dir wieder.
    Es geht um die kleinen Erfolge und nicht darum, 5 Kilo in 2 Wochen abzunehmen 😉

    Mach weiter so!

  5. Stefanie
    28. August 2017 / 14:01

    Ich finde es toll, dass du so viel abgenommen hast. Mir fehlte bisher immer die Disziplin dazu. Aber ich denke, man sollte sich nicht so sehr auf die Kilos versteifen, denn wenn man Sport (eine Mischung aus Ausdauer und Kraft) macht, was für mich eigentlich beim Abnehmen dazu gehört, dann baut man ja auch Muskeln auf und die wiegen bekanntlich mehr als Fett. Es gibt ja mittlerweile so tolle Fotos, auf denen Frauen zeigen, dass sie jetzt sogar ein paar Kilo mehr wiegen, aber einfach viel trainierter aussehen. Nur so als kleinen Denkanstoß! 🙂

    • 28. August 2017 / 14:04

      Da hast du natürlich Recht. Aber 110 Kilo sind mir einfach zu viel gewesen, egal ob Muskeln oder Fett. Es musste schon einiges runter, das lässt sich leider nicht leugnen. Im Übrigen mache ich auch Sport, das ging bei diesem Artikel eventuell etwas unter, weil die Fragen eher auf das Essen abzielten. 🙂

  6. 12. September 2017 / 10:19

    Mal wieder ein toller Beitrag von die Melanie,

    vor allem das Thema Cheatdays wird von vielen regelmäßig flasch verstanden. Sehr schön wie du es hier beschreibst.

    Wenn man die ersten Wochen diszipliniert bleibt will man sich an seinem Cheatday auch überhaupt nicht mehr mit ungesundem vollstopfen, sondern einfach mal was reichhaltiges gönnen.

    Ich hoffe du hast weiter hin so großen Erfolg

    Liebe Grüße.

  7. 9. Oktober 2017 / 12:31

    Ich hatte das gar nicht mitbekommen, dass Du abnimmst und bin jetzt um so mehr begeistert! Wahnsinn, was Du geleistet hast. Ich möchte nur 10kg abnehmen und schaffe es einfach nicht mehr, meine Ernährung umzustellen. Vor ein paar Jahren gelang es mir mühelos, aber jetzt versuche ich es seit einem Jahr und trotz guter Vorsätze will es mir nicht gelingen, die Versuchungen sind einfach zu groß und mit meinen 46 Jahren ist der Stoffwechsel mittlerweile auch ganz anders als früher.

    Liebste Grüße,
    Moppi

    • 9. Oktober 2017 / 12:35

      Ja, leider wird es schwerer, je älter man wird. Meine Ärztin sagte auch, dass oft Frauen mittleren Alters zu ihr kommen und sagen, sie würden zunehmen obwohl sie alles genau so machen wie immer. Und genau das ist das Problem. Der Körper verbraucht nicht mehr so viele Kalorien wie mit 20 oder 30 und plötzlich isst man mehr als der Körper braucht obwohl man genau so isst wie früher. 🙁 Ich drücke dir die Daumen, dass du es trotzdem hinbekommst!

      Viele liebe Grüße
      Melanie

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