Halloween-Tutorial • Wunden mit Gelatine

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Für meine Halloween-Lippen hatte ich mir extra Derma Wax zum Modellieren von Wunden gekauft aber leider kam ich damit nicht so gut zurecht wie ich es erwartet hatte. Mein Latex vom letzten Jahr war fast aufgebraucht und auf der Suche nach einer günstigen und einfach zu beschaffenden Alternative stieß ich schließlich auf Gelatine. Wie man sie verarbeitet und was man damit machen kann zeige ich euch heute.

Benutzt habe ich ganz normalen Gelatine. Ich habe mich für die gemahlene Gelatine entschieden, ich nehme aber an, dass es mit Blattgelatine auch funktioniert. Übrigens gibt es auch eine pflanzliche Alternative, die Agartine. Ob sie genau so gut funktioniert kann ich euch leider nicht sagen. Gelatine und Agartine findet ihr in den meisten Supermärkten in der Back-Abteilung. 
Bis die Gelatine fest wird, dauert es ein wenig, deshalb habe ich sie bereits am Abend zuvor zubereitet. Mit ca. 100 ml Wasser habe ich 3 Pakete Gelatine angerührt um eine festere Konsistenz zu erhalten. Wenn die Gelatine fest geworden ist, ist sie klar und lässt sich einfach in Stücke schneiden und portionieren. Sie hält sich einige Tage, man kann sie also sehr gut vorbereiten und Reste im Kühlschrank aufbewahren. 
Schwarzer und roter Lidschatten sind hilfreich, beispielsweise Manhattan 1010N und Beni Durrer Rubin. Theaterblut und schwarze Theaterschminke findet ihr aktuell in allen größeren Drogerien. Sie sind aber nicht unbedingt notwendig. Als Blut-Ersatz kann man beispielweise roten Gloss verwenden. 
Es wäre gut, wenn ihr nicht unbedingt eure besten Pinsel benutzen. Zwar löst sich die Gelatine in heißem Wasser, es ist aber trotzdem nicht so leicht, sie zwischen den Pinselhaaren komplett zu entfernen. Auch ein Schwämmchen oder etwas ähnliches ist gerade bei Wunden ein nützliches Tool.
Außerdem habe ich loses Puder, Foundation, Zahnstocher und einen Föhn verwendet.
Schnittwunden bzw. aufgeplatzte Haut
Gebt die gewünschte Menge Gelatine in eine Glasschüssel und stellt sie einfach für 20 bis 30 Sekunden in die Mikrowelle und schon ist sie wieder flüssig. Erkalten sie, wird sie wieder fest. Dieser Vorgang lässt sich übrigens beliebig oft wiederholen.
Passt bitte auf, die Gelatine ist heiß, wenn sie aus der Mikrowelle kommt! Lass sie ein paar Minuten abkühlen bis sie eine angenehme Temperatur hat, und streicht dann eine dünne Schicht auf die gewünschte Stelle.  Kümmert euch aber von Beginn an um gute Übergänge, das lässt sich im Nachhinein nämlich schlecht korrigieren.
Es geht schneller, wenn ihr die einzelnen Schichten mit einem Föhn auf Kalt-Stufe trocknet. Tragt auf diese Art und Weise so viele Schichten auf, bis ihr die gewünschte Dicke erreicht habt. 
Je nach dem, was ihr vorhabt, macht es Sinn, die trockene Gelatine-Schicht abzupudern oder mit einem Schwämmchen Foundation darüber zu tupfen um sie zu mattieren. Anschließend könnt ihr die Schicht beispielsweise mit einem Zahnstocher oder etwas Ähnlichem einritzen und die “Haut” an den Seiten ein wenig nach oben biegen.

 

Füllt die “Schnitte” nun mit schwarzer Farbe um ihnen Tiefe zu verleihen. Rot in den Rissen und darum herum lässt sie blutig und entzündet aussehen. Man könnte stattdessen auch Schlagenhaut oder Schaltkreise (wie hier) darunter zum Vorschein kommen lassen um vorzutäuschen, dass unter der menschlichen Hülle etwas ganz anderes lauert….
Solltet ihr euch aber für Schnitte entscheiden, darf Blut natürlich nicht fehlen. Am besten arbeitet ihr mit zwei oder drei verschiedenen Farben, also helleres und dunkleres Blut. Mischt dafür das Kunstblut oder den roten Gloss einfach mit schwarzem Lidschatten.
Anschließend nehmt ihr den Schwamm und tupft Blut rund um die Schnitte. Auch ein wenig darüber gestäubter dunkler Lidschatten kann nicht schaden, er lässt eure Wunden dreckiger aussehen. Abschließend gebt ihr etwas Blut in die Risse und lasst es so aussehen, als wenn die Wunden bluten.

 

Verbrennungen
Für die Verbrennung habe ich die Gelatine recht dick aufgetragen und teilweise auch ein wenig festere und somit stückigere Gelatine benutzt um eine unebene Fläche zu bekommen. Diese habe ich dann punktuell mit einem Zahnstocher aufgerissen, was den Eindruck von geplatzten Brandblasen erzeugen sollte. 
Zunächst habe ich dann die “Brandblasen” schwarz ausgefüllt und mattschwarzen Lidschatten über die Gelatine gestäubt. Mit der Schwämmchen-Technik habe ich dann Blut über die komplette Fläche betupft und abschließen alles noch einmal mit mattem Schwarz nach bearbeitet. Sieht doch knusprig aus, oder was meint ihr?

 

Pro und Contra im Vergleich zu Derma Wax und Latex:

Pro
• leicht zu beschaffen
• günstig
• einfach zu verarbeiten
• sehr gut zu entfernen
• fühlt sich an und ist beweglich wie echte Haut
• stinkt nicht so wie Latex

Neutral
• Ich finde, dass meine Schnittwunde (hier) mit
Derma Wax tiefer und echter aussieht.

Contra
• nicht, wie Derma Wax, formbar

Ich hoffe, euch hat dieses kleine Halloween-Tutorial gefallen. Solltet ihr eine der Ideen umsetzen und dokumentieren würde ich mich sehr freuen, wenn ihr euren Link dazu hier in den Kommentaren postet. Ich bin schließlich ganz gespannt auf eure schaurig schönen Bilder!

 

 
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23 Kommentare

  1. 28. Oktober 2014 / 20:25

    Echt grandios! Ausprobieren werde ich es vermutlich nicht – es sieht aber perfekt aus.

    Liebe Grüße!

  2. 29. Oktober 2014 / 6:40

    beide Wunden sehen aboslut klasse aus. Hast du echt gut hinbekommen. Kompliment 🙂

  3. 29. Oktober 2014 / 7:32

    Sehr cool! Ich habe es früher auch mal mit Gelatine probiert, bin aber grandios gescheitert xD Kann mich gar nicht mehr erinnern, warum. Sehr tolles Tutorial – jetzt hzabe ich Lust es doch noch mal damit zu versuchen!

    • 29. Oktober 2014 / 7:57

      Vielleicht hattest du die Fehler gemacht, den ich zu Anfang gemacht hatte: Ich habe es erst nach Packungsanleitung versucht und da war die Gelatine nicht fest genug. Bei einem zweiten Versuch stimmte zwar das Mischungsverhältnis aber ich wollte sofort damit arbeiten und sie wurde und wurde einfach nicht fest. Deshalb ist es besser, sie am Tag vorher vorzubereiten, sie in Ruhe fest werden zu lassen und dann nur die Menge die man braucht noch einmal in der Mikrowelle flüssig zu machen. Ich habe den Eindruck, dass sie dann beim Verarbeiten schneller fest wird als wenn man sie direkt nach dem Zubereiten nutzen möchte. Und der kalte Föhn hilft auch sehr!

  4. 29. Oktober 2014 / 17:08

    In den Wunden ist zu viel Kunstblut und die Verbrennungen sind leider viel zu übertrieben.

    • 29. Oktober 2014 / 17:17

      Gott sei Dank kann ich das nicht beurteilen. Orientiert habe ich mit an amerikanischen Serien (Wunden nach Explosionen, nässende Brandwunden etc.). Und an Halloween darf es sowieso auch mal etwas blutiger sein. Aber es steht dir natürlich frei, es anders zu machen. Mir ging es vor allem um die Arbeitsweise mit Gelatine.

  5. 29. Oktober 2014 / 21:44

    Das sieht sooo eklig aus^^ Perfekt für Halloween 😀 Tolle Anleitung, vielen Dank dafür 🙂

  6. 30. Oktober 2014 / 6:08

    das sieht echt klasse aus… für Zombie MakeUp mit "Beulen" benutze ich ne Pampe angerührt aus Mehl und Wasser…

  7. 30. Oktober 2014 / 6:56

    Tolle Anleitung, aber ich kann kaum hingucken xD Ich musste bei den Bildern immer schnell weiterscrollen bis wieder Text kam^^

  8. 30. Oktober 2014 / 11:55

    Toller Tip, vielen Dank! Muss ich gleich nochmal los, welche kaufen.

  9. Ahnungslos
    25. Oktober 2016 / 9:33

    Hallo
    Muss die Gelatine nur angerührt werden oder auch gekocht und dann erkaltet? Habe noch nie mit Gelatine gearbeitet, deshalb die Frage…Danke

    • 25. Oktober 2016 / 9:36

      Hallo 🙂
      Das ist abhängig von der benutzten Gelatine. Ich habe sie nach Packungsanleitung vorbereitet. Viel Spaß beim Erschrecken!
      Liebe Grüße
      Melanie

  10. Ahnungslos
    25. Oktober 2016 / 9:48

    Wenn ich ebenfalls die gemahlene verwende…..

    • 25. Oktober 2016 / 10:12

      Die von Ruf wird kalt angerührt. Wie gesagt, einfach wie es auf der Packung steht, in eine Schale füllen und fest werden lassen. Dann weiter wie oben im Abschnitt "Schnittwunden bzw. aufgeplatzte Haut" beschrieben (portionieren, erhitzen, etc.)

  11. Achim
    24. Oktober 2017 / 9:47

    Schöne Wunden. Ein kleiner Tip von mir. Wenn man Glycerin beimischt, bleibt das ganze auch noch elastisch. Gerade im Gesicht sehr wichtig. Und zum auftragen verwende ich einen Silikonpinsel.

  12. Moni
    1. November 2018 / 7:17

    Hallo erstmal, I finde die Idee mit den 2 verschiedenen Wunden sehr gut gelungen und ich hätte noch einen Tipp für euch falls ihr kein gelanine habt nimmt einfach ein bisschen Vaseline und vermischtes mit Mehl dass wir dann so wie fx gelanine nehme ich jedes Jahr her zu Halloween und fasching!!!!!! ¡👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👋

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