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Gewicht halten – Schluss mit Kalorien zählen?

Gewicht halten - Schluss mit Kalorien zählen?

 

Ende Januar 2016 habe ich angefangen Kalorien zu zählen und damit bis Februar 2018 ca. 50 Kilo abgenommen. Wegen der vielen überschüssigen Haut folgte Ende Februar eine leider medizinisch notwendige Bauchdeckenstraffung. Ein Kilo Haut wurde entfernt und ich wurde mit schlanken 59,4 kg und einem BMI von ca. 21 aus dem Krankenhaus entlassen. Dieses Gewicht gilt es seitdem zu halten. Zum einen, weil ich mich so, wie ich jetzt bin, gut fühle, und zum anderen, weil ich auch gar nicht mehr so viel zu- oder abnehmen darf. Nach einer sogenannten Wiederherstellungsoperation sollte man sein Gewicht möglichst halten, um das Ergebnis nicht zu gefährden. Nimmt man ab, wird die Haut wieder faltig, nimmt man zu, läuft man in den ersten Monaten nach der OP Gefahr, dass die Narben nicht richtig verheilen oder sich gar wieder öffnen.


Lange Rede, kurzer Sinn: ich halte mein Gewicht! Viele wundern sich jedoch, wieso ich dann noch immer Kalorien zähle und einmal pro Woche mein Gewicht protokolliere.

Intuitives Essen, also ohne Kalorien zu zählen bzw. Buch darüber zu führen, liegt mir einfach nicht. Und nach über zwei Jahren ist es für mich ohnehin zur Routine geworden und stört mich absolut nicht. Im Gegenteil: ich habe gern alles unter Kontrolle – auch mein Essen. 

 

 

🎧 Der Text als Podcast:

 

 

Wer mit dem Kalorienzählen anfängt, wird schnell merken, dass es einige Lebensmittel gibt, bei denen man schnell unbewusst zu mehr greift, als nötig wäre. Ich rede nicht nur von Schokolade oder Chips, auch bei Nudeln zum Beispiel landen schnell mehr Kalorien auf dem Teller, als man sich vorgenommen hatte. Gerade bei Produkten, die mehr Kalorien haben, wie Reis, Nudeln, Käse, etc., wiege ich gerne ab. 

 

Ganz so streng wie noch in der Abnehmphase sehe ich es aber nun nicht mehr. Wenn wir mal unterwegs essen und ich deshalb das Essen nicht abwiegen kann, dann ist das eben so. Und es wird auch nicht jede winzige Kleinigkeit aufgeschrieben. Ich versuche jedoch schon, zumindest die Hauptmahlzeiten zu tracken, wenn ich die Möglichkeit und die Zeit dafür habe. Meist komme ich so, wenn ich zuhause esse, in der Woche am Tag auf ca. 1000 kcal. Mal 50 kcal weniger, mal 100 mehr.


Das ist ziemlich wenig, werden manche nun sicher sagen. Ja, ist es auch! Aber zum einen mache ich im Moment kaum Sport, und zum anderen sind das nur die, die ich aufgeschrieben habe. Wenn ich mal eine Kleinigkeit nasche, beim Kochen für meine Familie das Essen abschmecke und dabei auch mal ein paar Löffel mehr nehme als es nötig wäre oder ein paar Nudeln esse, die meine Tochter beim Abendessen nicht mehr geschafft hat, dann schreibe ich das nicht extra auf.

 


Achtung, wenn ihr Kalorien zählt um Abzunehmen und

das Gewicht einfach nicht weiter heruntergehen will, sind dies

vielleicht genau die Kalorienfallen, die ihr übersehen habt!

 

 

Auch am Wochenende nehme ich es nicht so genau und schreibe nichts auf. Es gibt immer mindestens eine Mahlzeit, die aus dem Rahmen fällt. Manchmal sind es auch zwei. Ab und zu backen wir noch einen leckeren Kuchen oder gehen essen. Dafür wird in der Woche dann wieder mehr darauf geachtet. Übertrieben wird aber selbst am Wochenende nicht. Denn ich weiß auch ohne es mir zu notieren, dass ich am Sonntag vielleicht etwas kürzer treten sollte, wenn ich am Samstagabend beim Italiener Spaghetti Carbonara hatte.

 

Das regelmäßige Wiegen einmal in der Woche ist mir nach wie vor wichtig. So kann ich gleich dagegen steuern, wenn das Gewicht zu sehr nach oben oder unten abweicht. Auch dies finden mache seltsam. Hin und wieder lese ich, sich zu wiegen sei kontraproduktiv. Es würde einen zu sehr unter Druck setzen. Aber mal ganz ehrlich: ich reagiere lieber sofort, als abzuwarten, bis es 10 Kilo zu viel oder zu wenig sind. Denen ist dann nämlich eventuell nicht mehr so leicht beizukommen.

 

 

 

 

Wenn ihr zu denen gehört, die nach einer Abnahme intuitiv Essen können, ohne wieder zuzunehmen, dann ist das wirklich klasse! Herzlichen Glückwunsch! Wenn ihr euch aber, wie ich, sicherer damit fühlt, weiterhin euer Essen zu tracken und euch regelmäßig auf die Waage zu stellen, dann ist das auch okay. Wichtig ist, dass ihr euch wohl in eurem Körper fühlt. Und dies gilt übrigens für jedes Gewicht, egal ob ihr 55 Kilo oder 100 Kilo halten wollt.

 

Einzig, wenn ihr merkt, dass das Gewicht für euch zur Obsession wird, wenn ihr das Gefühl habt, die Welt geht unter, wenn ihr euch nicht jeden Morgen um Punkt 8 Uhr wiegt, oder ihr nicht die genaue Kalorienzahl des Brötchens vom Bäcker heraus bekommt, dann ist es vielleicht wirklich an der Zeit, die Notbremse zu ziehen. Ansonsten gilt: tut es, egal, was andere davon halten. 

 



Weitere Tipps, die euch helfen können, euer Gewicht zu halten, findet ihr zum Beispiel bei Ein Pummel wird fit. Und weil schon die ersten Weihnachtsleckereien in den Supermärkten zu finden sind, verweise ich auch gern nochmal auf meinen Artikel Ohne Extrakilos durch die Weihnachtszeit.

 

Wie haltet ihr euer Gewicht? Klappt es mit dem intuitiven Essen bei euch? Habt ihr Tipps?

 

 

Melanies Unterschrift

 

Für diejenigen, die gern mehr über meinen Abnehmweg wissen wollen und die früheren Artikel verpasst haben, hier noch einmal alle Links. Außerdem findet ihr mich auf Instagram unter melanie_nimmt_ab.

 

• Von Ernährung, Sport und neuen Hosen

• Kalorien zählen – Theorie und Praxis

• Zwischenbericht: Ein Jahr Kalorien zählen

• Joggen für Anfänger Teil 1: Die Lauf-Ausstattung

• Joggen für Anfänger Teil 2: Jeder fängt mal klein an!

• Meine liebsten Naschereien mit weniger als 90 kcal

• Abnehmen durch Kalorien zählen – Meine Antworten auf eure Fragen

Ohne Extrakilos durch die Weihnachtszeit

Was hat sich durch die Abnahme verändert?

Meine Bauchdeckenstraffung Teil 1: Die Gründe und die Antragstellung

Meine Bauchdeckenstraffung Teil 2: Alles rund um den Eingriff

Meine Bauchdeckenstraffung Teil 3: Die OP und die ersten 6 Wochen danach

“Wie viele Kalorien isst du am Tag?” – Warum euch das egal sein sollte

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5 Kommentare

  1. 20. September 2018 / 13:33

    Danke für die Verlinkung!
    Ich hoffe, wir finden beide irgendwann einen intuitiven Zugang zum Essen. Lernen, auf den eigenen Hunger zu hören, ist viel schwerer, als man denkt!

  2. Birgit
    20. September 2018 / 20:29

    *hach* Melanie,

    wenn meine Waage nur die Zahl auf Deinem Bild anzeigen würde^^ – mein Gewicht geht zwar weiter runter aber das dauert- ich mache weiter

    ganz lieben Gruß, Birgit

    • 20. September 2018 / 21:18

      Ich drücke dir weiterhin die Daumen! Du schaffst das, da bin ich sicher. Lieber langsam und dafür nachhaltig 🙂
      Liebe Grüße!

  3. Nyxx
    21. September 2018 / 16:20

    War jetzt der erste Potcast, den ich von Dir angehört habe und es hat mir wirklich wirklich gut gefallen!
    Sehr angenehm, Dir zu zuhören und es gefällt mir, dass Du den Text nicht einfach runter liest.
    Thematisch finde ich Deinen Beitrag wirklich interessant! Ich glaube, wenn ich mein Gewicht in irgendeine Richtung bewußt beeinflussen müßte, wäre ich auch der Zähl-Mensch. Ich kann Mengen nämlich üüüüberhaupt nicht gut einschätzen.
    LG
    Nyxx

    • 21. September 2018 / 16:22

      Vielen Dank! Dabei war ich leicht erkältet und habe mich auch so wirklich schwer getan. Bisher habe ich nur zwei Podcasts zu meinem persönlichen Monatsrückblick in den letzten Blog News gehabt und da erzählt es sich doch irgendwie nochmal freier, als wenn man ein bestimmtes Thema hat, bei dem man vieles unterbringen möchte.
      Aber ich arbeite daran! Gerade bei so langen Texten ist es sicherlich einfacher für die Leser bzw. Hörer.
      Viele liebe Grüße
      Melanie

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