Gelesen im Februar
Das Erbe der Elfen & Achtsam morden

Unbezahlte Werbung (selbst gekauft) »Info |

Als Teenager habe ich eine Weile sehr viel gelesen. An zwei Autoren erinnere ich mich besonders, weil ich besonders viele ihrer Bücher gelesen habe: Sir Arthur Conan Doyle und Wolfgang Hohlbein. Die spannenden Fälle rund um Sherlock Holmes und die fantastischen Welten, die Hohlbein beschrieb, begleiteten mich jahrelang und noch heute stehen einige dieser Bücher in unserem Bücherregal. Auch im Februar habe ich je ein Buch aus den Genres Krimi und Fantasy gelesen, welche ich euch nun heute genauer vorstellen möchte.

 

Der Hexer: Das Erbe der Elfen von Andrzej Sapkowski

Als im Dezember die Serie rund um den Hexer Geralt bei Netflix online ging, wollte ich sie zuerst nicht ansehen. Der Trailer sprach mich nicht an. Schließlich habe ich mich aber doch breitschlagen lassen und die Serie gefiel mir so gut, dass ich gern wissen wollte, wie es weiter geht. Die zweite Staffel erscheint jedoch voraussichtlich erst 2021. Was lag also näher, als die Bücher zu lesen, auf denen die Spiele und die Serie basieren. Band 1 der Hexer-Saga bekam ich von einem lieben Freund zum Geburtstag geschenkt.

 

“Wer ist dieses Mädchen?” – “Sie ist unsere Vorherbestimmung.”

 

Seit dem blutigen Überfall auf Cintra ist Ciri, die Thronerbin des Reiches, verschollen. Doch es gehen Gerüchte um, dass sie nicht tot ist, sondern von Geralt, dem Hexer, entführt und an einen geheimen Ort gebracht wurde. Und Geralt sieht sich mit heiklen Fragen konfrontiert. Hat Ciri wirklich magisches Potential? Oder ist sie nur das Medium einer bösen Macht? Der halbverfallene Stammsitz der Hexer wird zum Schauplatz einer großen Prüfung …

(Klappentext)

 

 

 

 

Wer nun davon ausgeht, dass das erste Buch die Grundlage für die erste Staffel der Serie ist, der irrt. Zwar ist Das Erbe der Elfen offiziell der erste Band der fünfteiligen Hexer-Saga, es gibt jedoch noch eine Vorgeschichte. Diese wird in drei weiteren Bänden erzählt und bildet die Grundlage für die erste Staffel der Serie. Da ich die Serie gesehen habe, ehe ich das Buch las, kannte ich also schon einige der Figuren und die Umstände, die sie zusammengeführt hatten. Schlecht war das nicht, denn Band 1 der Hexer-Saga beginnt quasi mitten in der Geschichte. Ich bin unsicher, ob manches ohne die Kenntnis der Vorgeschichte nicht eventuell etwas verwirrend gewesen wäre. Andererseits gibt es auch kein langes Vorgeplänkel und man findet sich direkt mitten im Geschehen wieder, was durchaus auch seinen Reiz hat.

 

Die Geschichte Das Erbe der Elfen lässt sich grob in sechs Abschnitte unterteilen, wobei mir der erste Teil ganz besonders gut gefallen hat. Dieser erzählt die Ereignisse der Zeit, die Ciri bei den Hexern verbringt. Anders als ich es bei einem High-Fantasy-Roman erwartet habe, gab es durchaus einige Passagen, bei denen ich lachen musste. Stellt euch einen Haufen grobschlächtiger Männer vor, die plötzlich vor der Herausforderung stehen, sich um ein pubertierendes Mädchen kümmern zu müssen.

Die beiden folgenden Abschnitte beschreiben eine Reise, gespickt mit teilweise eher trockenen Dialogen, die die Lage rund um die Auseinandersetzungen mit kriegerischen Truppen beschreiben. Da fiel mir das Lesen bereits ein wenig schwerer. Richtig zäh fand ich schließlich Abschnitt Nummer vier, in welchem verschiedene Oberhäupter über den Krieg debattieren und Pläne für verschiedene mögliche Szenarien schmieden.

In den letzten beiden Teilen geht es jedoch wieder um die Hauptfiguren Geralt und Ciri. Und auch der Barde Rittersport und die Zauberin Yennefer treten endlich auch etwas häufiger in Erscheinung. Diese beiden Abschnitte lasen sich dann wieder etwas flüssiger.

 

Die Geschichte endet, wie sie angefangen hat: mitten im Geschehen. Trotz des langweiligen Mittelteils gefiel mir das Buch gut. Der Anfang war amüsant und das Ende hat ein wenig über den trockenen Mittelteil hinweg getröstet. Das offene Ende läd zum Weiterlesen ein. Ich bin jedoch noch nicht sicher, ob ich mir Band 2 zulegen werde. Eventuell hole ich mir das Hörbuch oder warte auf weitere Staffeln der Serie.

 

 

 

Achtsam morden von Karsten Dusse

Ich bin eher zufällig beim Stöbern auf Amazon über dieses Buch gestolpert. Eigentlich habe ich noch einige Krimis auf meiner Wunschliste, aber da mich der Klappentext sehr ansprach, habe ich diesem den Vorzug gegeben und ihn kurzerhand im hiesigen Buchladen gekauft. Achtsam morden ist der erste Roman von Karsten Dusse, seines Zeichens Rechtsanwalt, Autor für verschiedene Fernsehformate und mehrfacher Gewinner des Deutschen Fernsehpreises und des Deutschen Comedypreises. Zudem war er für den Grimmepreis nominiert und schrieb einige unterhaltsame Sachbücher zu juristischen Themen.

 

…die Geschichte eines bewussten und entschleunigten Mordes…

 

Björn Diemel wird von seiner Frau gezwungen, ein Achtsamkeits-Seminar zu besuchen, um seine Ehe ins Reine zu bringen, sich als guter Vater zu beweisen und die etwas aus den Fugen geratene Work-Life-Balance wieder herzustellen. Denn Björn ist ein erfolgreicher Anwalt und hat dementsprechend sehr wenig Zeit für seine Familie. Der Kurs trägt tatsächlich Früchte und Björn kann das Gelernte sogar in seinen Job integrieren, allerdings nicht ganz auf die erwartete Weise. Denn als sein Mandant, ein brutaler und mehr als schuldiger Großkrimineller, beginnt, ihm ernstliche Probleme zu bereiten, bringt er ihn einfach um ― und zwar nach allen Regeln der Achtsamkeit.

(Klappentext)

 

Gleich vorweg: ich habe den Roman regelrecht verschlungen und mir anschließend direkt den im Mai erscheinenden Nachfolger bestellt. Karsten Dusse hat es geschafft, einen wunderbar kurzweiligen, spannenden und zugleich witzigen Krimi zu schreiben. Dabei wird sich nicht über das Konzept der Achtsamkeit lustig gemacht, wie man es vielleicht erwarten könnte. Im Gegenteil, einige der Achtsamkeits-Ratschläge fand ich sogar äußerst sinnvoll. Und das, obwohl ich im Vorfeld nicht viel mehr von einem Achtsamkeits-Seminar hielt als der Protagonist Björn Diemel – nämlich nichts.

 

Jedes der 37 Kapitel beginnt mit einem Auszug aus dem fiktiven Ratgeber “Entschleunigt auf der Überholspur – Achtsamkeit für Führungskräfte”. Im Laufe des Kapitels wird der Ratschlag dann umgesetzt, woraus sich immer wieder sehr skurrile Situationen ergeben. Dabei wirkt die Geschichte nicht einmal unrealistisch. Was man bei all den Dingen, die dort geschehen, auch erst einmal schaffen muss. Björn Diemel und seine neu entdeckte Achtsamkeit sind mir schnell ans Herz gewachsen, ebenso wie der Kriminelle / Erzieher Sascha. Lediglich Björns Frau, eine selbstgefällige, egoistische und manipulative Zicke, konnte ich gar nicht leiden. Ohne ihren Wunsch, Björn zu ändern, wäre er allerdings nie beim Achtsamkeits-Seminar gelandet.

Und so begleitet der Leser Björn bei seinem ersten, achtsamen Mord, reist mit ihm auf seine Zeitinsel und erfährt, wie man einen Bombenanschlag ganz einfach wegatmet.

 

Achtsam morden vereint Krimi und Achtsamkeits-Ratgeber, gespickt mit jeder Menge schwarzem Humor. Ich kann es nur wärmstens empfehlen und freue mich schon auf den zweiten Teil “Das Kind in mir will achtsam morden”.

 

 

Die Bücher bei Amazon (Affiliate-Links):

       

Andrzei Sapkowski Das Erbe der Elfen  |  Karsten Dusse Achtsam morden

 

 

Was lest ihr zur Zeit?

 

Melanies Unterschrift3
Teilen:

9 Kommentare

  1. Sabine Kettschau
    7. März 2020 / 11:11

    Für Achtsam morden hab ich mich auch schon interessiert 🙂

    Ich lese derzeit Erebos 2 von Ursula Poznanski. Das liegt schon viel zu lang ungelesen hier und weil die Tage der 2. Vanitas-Thriller der Autorin ankam, war das mein Auslöser, endlich wieder in Erebos abzutauchen 😉

    Als nächstes hab ich dann vom Randomhouse-Testleserportal “Opferfluss” von Lorenz Stassen zu lesen und dann mal sehen 🙂

    Liebe Grüße
    Bine

    • 9. März 2020 / 9:08

      Erebos kannte ich noch nicht, es ist nun aber sofort auf meiner Bücher-Wunschliste gelandet. Danke für den Tipp! 🙂

      • Sabine Kettschau
        9. März 2020 / 13:48

        Kennst Du die anderen Jugend-Thriller von Ursula Poznanski? Wenn nicht, sind alle empfehlenswert 🙂

        Liebst
        Bine

        • 9. März 2020 / 14:15

          Ich werde ganz bestimmt darauf zurück kommen 🙂

  2. 7. März 2020 / 12:59

    Ich lese gerade “Am liebsten wäre ich Soldat”, Tagebucheinträge von Kindern aus dem 1. Weltkrieg, und “Stadt aus Wind und Knochen”, einen Fantasyroman.
    Eigentlich bin ich kein Krimi-Leser, aber “Achtsam morden” klingt richtig gut!

    • 9. März 2020 / 9:10

      Oh, das erste Buch klingt nach schwerer Kost. Ich glaube, mir würde sowas zu nahe gehen. Das zweite klingt wie etwas, was meinem Schwiegervater sehr gefallen würde. Vielleicht eine Geburtstagsgeschenkidee 🙂

  3. Lila
    7. März 2020 / 17:03

    Achtsam morden – Was für ein Titel xD Der strotzt ja nur vor schwarzem Humor.
    Ich hab ein paar der The Witcher Bücher gelesen, aber leider noch nicht alle. Mir haben sie ganz gut gefallen.
    Zur Zeit lese ich gar nichts, aber ich höre Eragon als Hörbuch.

    • 9. März 2020 / 9:12

      Hörbücher mag ich auch sehr gern. Ich höre gern Harry Potter, Betsy Taylor oder Artemis Fowl zum Einschlafen. Tagsüber habe ich auch hin und wieder Hörbücher gehört. Fitzek, Sherlock Holmes oder ähnliches. Aktuell höre ich aber eher True Crime Podcasts 🙂

  4. Andrea
    11. März 2020 / 17:09

    Liebe Melanie, das erste Buch wäre so gar nicht meine Welt, aber das zweite hört sich sehr vielversprechend an, irgendwie eine echt coole Idee, Achtsamkeit mit einem Mord in Verbindung zu setzen. Ich finde es übrigens gut, dass Du auch mal einen Bücherpost veröffentlich hast. Ich hole mir immer gern Anregungen für guten Lesestoff 🙂 Hab noch eine gute Woche und liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.