Gelesen im Oktober Teil 2
Frauen, die Bärbel heißen & Wer schön sein will, muss sterben

Frauen, die Bärbel heißen & Wer schön sein will, muss sterben

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Nach meinen Ausflügen in die Welt des berühmt-berüchtigten Mossad-Spions Gabriel Allon war mir mal wieder nach etwas seichterer Lektüre. “Frauen, die Bärbel heißen” kam mir da gerade recht. Mord und Totschlag trifft auf schwarzen Humor – das klang wie etwas, was mir gefallen könnte. Und für einen weiteren Thriller hatte ich auch noch Zeit. Im Herbst bietet sich Lesen einfach an. Ganz besonders, wenn dann noch eine Pandemie dazu kommt, durch die man in seiner Wahl der Freizeitaktivitäten eingeschränkt wird.

 

Frauen, die Bärbel heißen von Marie Reiners

Marie Reiners ist als Drehbuchautorin bekannt. Ich persönlich habe zwar noch nie wissentlich eine Serie aus ihrer Feder gesehen, da ich wenig deutsche Produktionen gucke, sie hat jedoch an einigen erfolgreichen Formaten mitgewirkt. Vielleicht kennt ihr beispielsweise “Mord mit Aussicht” oder “Morden im Norden”? Frauen, die Bärbel heißen ist Frau Reiners erster und bisher einziger Roman. Er erschien 2018 im Fischer Verlag.

 

 

“Bärbel Böttcher lebt mit ihrer Mischlingshündin Frieda abgelegen am Rand einer Kleinstadt. Als sie eines Morgends mit Frieda spazieren geht, findet sie im Wald einen Toten, dem ein Stock im Auge steckt. Schade, denkt Bärbel, dieses Stöckchen wäre perfekt für Frieda gewesen. Noch ahnt sie nicht, dass dieser Fund ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Denn alsbald hat Bärbel eine verletzte Schauspieler-Gattin im Keller, einen schnüffelnden Lokalreporter im Garten und jede Menge unwillkommenen Scherereien am Hals…”
(Klappentext)

 

Bärbel ist 54, Tierpräparatorin, Hundehalterin, ledig und sie liebt Shoppingsendungen. Und sie will einfach nur ihre Ruhe. Damit hat es jedoch ein Ende als sie im Wald eine Leiche entdeckt. Widerwillig ruft sie die Polizei und hofft, dass sich die Sache für sie damit erledigt hat. Als jedoch wenig später die Gattin des Ermordeten vor ihrer Tür steht, ist es endgültig aus mit der Ruhe.

 

Von diesem Buch, geschrieben aus der Perspektive von Bärbel, habe ich einen kurzweiligen, humorvollen Krimi erhofft. Tatsächlich wollte ich es jedoch bereits nach wenigen Seiten am liebsten wieder zur Seite legen. Bärbels Verhalten am Tatort und ihre ganze Gedankenwelt empfand ich als zutiefst unsympathisch. Weitergelesen habe ich eigentlich nur, weil ich das Geld nicht zum Fenster rausgeschmissen haben wollte. Nochmal einige Seiten weiter wurde ich jedoch neugierig. Ich wollte wissen, was das soll. Was die Autorin sich bei einem solchen Charakter gedacht hat. Sollte Bärbels Verhalten etwa komisch sein? Oder hat sie eventuell nicht sogar eine psychopathische Seite, die erklärt, wieso sie so kalt und abgeklärt an die Dinge herangeht? Noch ein paar Seiten weiter revidierte ich meine Meinung über Bärbels Geisteszustand. Psychopathie schien nicht so richtig zu passen. Vielleicht eher eine Form von Autismus? Oder eine schizoide Persönlichkeitsstörung? Ich begann, mich in Bärbels Gedankenwelt zurechtzufinden. Ich konnte sie nach und nach etwas besser verstehen und irgendwann wurde sie mir auf ihre eigene, seltsame Art doch tatsächlich irgendwie sie sympathisch.

 

“Frauen, die Bärbel heißen” ist ein Buch, welches mich überrascht hat. Trotz meiner spontanen Abneigung zu Beginn habe ich den Roman innerhalb von zwei Tagen durchgelesen, was für mich schon ziemlich schnell ist. Obwohl ich mir das Ende ehrlich gesagt etwas runder gewünscht hätte, hat mir das Buch schließlich doch gefallen. Es war kurzweilig und auch, wenn ich es eher skurril als lustig fand, hat es seinen Zweck erfüllt und mich gut unterhalten.

 

 

Wer schön sein will, muss sterben von Michele Jaffe

Dieses Buch habe ich von Andrea geschenkt bekommen. Sie liest ebenso gern Krimis und Thriller wie ich und wir tauschen und gelegentlich aus. Vielen Dank dafür an dieser Stelle!

Michele Jaffe, eine amerikanische Autorin, wollte eigentlich zum FBI. Stattdessen schlug sie jedoch einen anderen Weg ein und schreibt Romane aus verschiedenen Genres. Wer schön sein will, muss sterben wird zwar der Kategorie Psychothriller zugeordnet, passt jedoch gleichermaßen in die Sparte der Jugendromane.

 

 

“»In der einen Minute gehörst du zu den beliebtesten Mädchen deiner Schule, bist mit dem heißesten Typen der Stadt zusammen und tanzt auf der coolsten Party des Jahres – in der anderen liegst du halbtot in einem dornigen Rosenstrauch. Du wachst auf und kannst dich an nichts erinnern.«

So geht es der sechzehnjährigen Jane, die nach einem Unfall mit Fahrerflucht im Krankenhaus wach wird. Doch während der zahlreichen Besuche von Familie und Freunden kommt die grausame Erinnerung wieder – Stück für Stück. Jemand wollte sie töten – aber wer?”
(Klappentext)

 

Jane wacht in einem Krankenhaus auf, nachdem sie offenbar angefahren wurde. Alles, woran sie sich erinnern kann, ist, dass sie mit ihren beiden besten Freundinnen auf einer Party war. Nach und nach kommen ihre Erinnerungen zurück, was jedoch zunächst mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert. War es ein Unfall? Oder hat jemand sie absichtlich angefahren? War es gar ein Selbstmordversuch? Irgendetwas stimmt da nicht. Und dann sind da diese Nachrichten, die nur Jane wahrzunehmen scheint.

 

Zugegeben, am Anfang tat ich mich sehr schwer mit diesem Buch. Es spielt in einer dermaßen oberflächlichen Klischee-Highschool-Welt, dass mir einfach der Bezug zu den Figuren und deren Handlungsweisen fehlt. Es scheint nur um Status, Beliebtheit, Designerklamotten und Äußerlichkeiten zu gehen. Alle sehen einfach fantastisch aus und an Verehrern mangelt es Jane nicht. Sie und ihre Freundinnen Kate und Langley sind die It-Girls der Schule. Jeder liebt sie und was die Mädchen tragen, wird umgehend zum Trend. Besonders schwer habe ich mich mit Janes Liebe zu ihrem Freund David getan, der alles dafür tut, um sie klein und devot zu halten.

 

Etwa ab der Hälfte wurde es jedoch besser. Die Geschichte nahm zunehmend an Fahrt auf und ich war gespannt, wie es ausgehen würde. Es stellte sich die Frage, wie es um Janes Geisteszustand bestellt ist, und ihre perfekte Welt bekam langsam Risse. Es erinnerte mich entfernt an Pretty Little Liars. Das Ende fand ich wieder leider etwas unrund. Es hätte für meinen Geschmack gern noch etwas ausgearbeitet werden können. Ob ich das Buch empfehlen würde? Bedingt. Schlecht fand ich es im Nachhinein nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass es eher etwas für jüngere Leser:Innen ist, die sich mit den Figuren besser identifizieren können.

 

 

 

       

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Melanies Unterschrift1
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1 Kommentar

  1. Andrea
    8. November 2020 / 19:00

    Liebe Melanie, wir hatten über das Buch ja schon persönlich gesprochen 🙂 mir geht es häufiger so, dass ich mit einem Buch anfangs nicht warm werde, dann aber doch recht angetan bin. Ob mir die Bärbel aus dem anderen Buch gefallen hätte; ich hätte es mir sicher nicht gekauft vom Klappentext her, aber schön, dass es Dich noch einigermaßen überzeugen konnte.

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