Gelesen (& gehört) im November
Das Bildnis des Dorian Gray & Playlist

Gemütlicher Herbst mit MEINFOTO

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Mit einer kleinen Verspätung gibt es nun endlich meinen Bücherrückblick für den vergangenen Monat. Vielen Dank an den Argon Verlag und den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des Hörbuches bzw. Buches von Sebastian Fitzek. Dazu kommt ein Literatur-Klassiker von Oscar Wilde. Und was habt ihr im November so gelesen?

 

Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Oscar Wildes Dorian Gray ist eine der berühmtesten Figuren der Weltliteratur: So stauneswert schön er ist, so unverdorben und naiv ist sein Blick auf die Welt. Verführt durch den geistreichen Zyniker Lord Wotton, stürzt Dorian sich haltlos ins lüsterne Londoner Nachtleben. Ausschweifung und Genuss wecken in ihm den innigen Wunsch nach unvergänglicher Jugend – und auf wundersame Weise altert fortan nicht mehr er selbst, sondern ein Porträt von ihm. Doch Dorians unbedachter Pakt mit dunklen Mächten hat grausame Folgen…


Klappentext

Das Bildnis des Dorian Gray, erstmals 1890 veröffentlicht, ist einer der bekanntesten Literatur-Klassiker und dennoch muss ich gestehen, dass ich es lange nicht auf dem Radar hatte. Nun habe ich es jedoch endlich gelesen und kann gut verstehen, wieso der Roman eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Besonders zu Beginn habe ich mich ebenso wie Dorian Gray von Lord Wotton um den Finger wickeln lassen. Seine Redegewandtheit und seine Ansichten faszinieren mich. Gerade in Anbetracht der Zeit und der Gesellschaft, in der die Geschichte spielt, hätte ich solche Aussagen nicht erwartet und schnell wird klar, wieso das Buch damals für Aufsehen sorgte. Es hat etwas regelrecht anrüchiges und Lord Wotton versprüht einen Bad Boy Charme, dem sich der junge Dorian nicht entziehen kann. Davon beeinflusst zieht es ihn mehr und mehr in Wottons Welt, die geprägt ist von Hedonismus und Dekadenz. Wotton hingegen umgibt sich gern mit Dorians Schönheit, Reinheit und Jugend und legt ihm nahe, sich diese Eigenschaften so lange wie möglich zu bewahren. Dies gelingt Dorian mithilfe eines Gemäldes, welches ein Bewunderer von ihm anfertigt. Statt seiner ist es nun das Bild, welchem man zunehmend Dorians Verfall, verursacht durch Alter und Taten, ansieht.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Bedenkt man die Zeit, in der die Geschichte spielt, könnte man von einem schwülstigen Text ausgehen, der für heutige Leser anstrengend zu lesen ist. Das empfand ich jedoch nicht so, ganz im Gegenteil. Neben den teilweise beinahe aufrührerischen Ansichten Wottons, denen ich übrigens keinesfalls immer zustimme, überrascht Oscar Wilde mit einnehmender Wortgewandtheit und einem gewissen schwarzen Humor. Zudem gelingt es ihm, Begierden und Leidenschaften, die in der damaligen Zeit verboten waren, anzudeuten, ohne sie offen auszusprechen – ein Aspekt, den ich ebenfalls sehr spannend fand.

 

Die Anrüchigkeit von Das Bildnis des Dorian Gray trug letztendlich, neben Oscar Wildes für die damalige Zeit verhältnismäßig offenem Umgang mit Homosexualität, zu seiner Verurteilung wegen Unzucht bei. Er wurde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, wo er schwere Zwangsarbeit verrichten musste. Dadurch gesundheitlich schwer angeschlagen und mittellos lebte er anschließend in Paris, wo er drei Jahre später mit nur 46 Jahren starb.

 

 

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Playlist von Sebastian Fitzek

Musik ist ihr Leben. 15 Songs entscheiden, wie lange es noch dauert. Vor einem Monat verschwand die 15-jährige Feline Jagow spurlos auf dem Weg zur Schule. Von ihrer Mutter beauftragt, stößt Privatermittler Alexander Zorbach auf einen Musikdienst im Internet, über den Feline immer ihre Lieblingssongs hörte. Das Erstaunliche: Vor wenigen Tagen wurde die Playlist verändert. Steckt in der Auswahl der Songs ein Hinweis auf Felines Entführer und den Ort, wohin sie verschleppt wurde? Fieberhaft versucht Zorbach das Rätsel der Playlist zu entschlüsseln. Doch je näher er der Lösung kommt, desto unwahrscheinlicher wird es, dass er die Suche nach Feline überleben wird …


Klappentext

In Playlist erwartet Euch ein Wiedersehen mit Alina Gregoriev und Alexander Zorbach aus “Der Augensammler” und “Der Augenjäger”. Beide sind auch hier wieder mit dabei. Der Sprecher des Hörbuchs zu Playlist ist Simon Jäger, der bereits jede Menge Hörbücher gesprochen hat und darüber hinaus als Synchronsprecher tätig ist. Seine Stimme lieh er beispielsweise Josh Hartnett und Matt Damon. Die Musik, auf die in diesem Buch Bezug genommen wird, gibt es übrigens wirklich. Es handelt sich hierbei um 15 exklusive und noch unveröffentlichte Songs von Rea Garvey, Silbermond, Beth Ditto, Kool Savas, Johannes Oerding, Lotte, Alle Farben, Tim Bendzko und einigen mehr.

 

Zwar kenne ich die beiden vorangegangenen Bücher rund um den Augensammler nicht, trotzdem kam ich gut in die Geschichte rein und hatte nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die beiden Protagonisten, vor allem Alexander Zorbach, sind mir sympathisch. Sie haben durchaus ihre Fehler, was sie aber nur um so authentischer macht. Die Story hingegen fand ich nicht sonderlich realistisch, aber das erwarte ich von einem Buch, welches mich unterhalten soll, auch nicht unbedingt. Kurzweilig war Playlist allemal, besonders als Hörbuch. Im Gegensatz zu andern Thrillern aus der Feder Fitzeks ist Playlist zudem ungewöhnlich unblutig, was mich aktuell eher anspricht als Splatter und möglichst abartige Mordmethoden. Stattdessen geht es mehr um das Rätsel rund um die Songs auf der Playlist des Opfers. Die Auflösungen wirken zwar teilweise ziemlich konstruiert, wie eben auch der gesamte Plot, gut unterhalten gefühlt habe ich mich aber dennoch.

 

 

  

 

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Hörbuch  |  Buch

 

Melanies Unterschrift0
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1 Kommentar

  1. Andrea
    17. Dezember 2021 / 16:12

    Liebe Melanie, bei allem, was bei Dir los ist, dass Du immer noch genug Muße zum Lesen/Hören hast…Respekt.

    Die Idee von “Playlist” finde ich ganz interessant. Sebastian Fitzek hatte neulich im TV ein Interview dazu gegeben. Ich muss schon wieder lachen, weil ich immer noch keines seiner Bücher gelesen habe. Es steht zuviel anderes im Schrank :). Einen guten, restlichen Freitag für Dich!

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