(Hör-)Bücher im Februar
Kitchen Impossible, The Maid & Mrs. Potts Mordclub

Rezensionsexemplar »Info |

Auch im Februar sah es wieder mau aus mit dem Lesen. Dafür habe ich jedoch wieder zwei klasse Hörbuch-Empfehlungen für euch und auch ein neues Kochbuch steht bei mir im Regal. Ein Kochbuch zu der letzten Fernsehserie bzw. Show aus Deutschland, die ich mir noch ansehe. Ansonsten ist mir Fernseh-Unterhaltung aus Ländern wie Amerika, England und Frankreich nämlich lieber. Vielen Dank an den Hörbuchverlag und den Mosaik-Verlag für die Rezensionsexemplare.

 

The Maid: Ein Zimmermädchen ermittelt von Nita Prose

Jeden Morgen freut sich die 25-jährige Molly Gray darauf, in ihre frisch gestärkte Uniform zu schlüpfen: Sie liebt ihren Job als Zimmermädchen im altehrwürdigen Regency Grand Hotel und ist erst zufrieden, wenn sie die eleganten Suiten wieder in einen tadellosen Zustand versetzt hat. Doch als Molly den ebenso berüchtigten wie schwerreichen Mr. Black tot in seinem zerwühlten Zimmer vorfindet, bringt das nicht nur ihren Sinn für Sauberkeit gehörig durcheinander. Denn Molly ist nicht wie andere und ihr etwas eigenartiges Verhalten macht sie prompt zur Hauptverdächtigen. Zum Glück hat Molly die Sinnsprüche ihrer Oma, ein Faible für Inspektor Columbo – und echte Freunde im Hotel, die ihr helfen, die Ordnung wiederherzustellen.


Klappentext

Ich muss gestehen, dass ich mich am Anfang etwas schwer mit der Protagonistin getan habe. Dafür gab es gleich zwei Gründe: die Stimme der Sprecherin, die für mich im ersten Moment einfach nicht zu einer 25-jährigen passt, und die Ähnlichkeit der Protagonistin zu einer meiner Kundinnen. Aber je mehr ich gehört habe, desto sympathischer wurde mir die Protagonistin und auch die Stimme von Anna Thalbach passte für mich irgendwann zu ihr. Zu Molly, dem Zimmermädchen.

 

Mit dem Lappen und dem Staubwedel ist sie die beste – niemand hinterlässt die Zimmer so ordentlich und sauber wie sie. Mit Zwischenmenschlichem tut sie sich allerdings schwer. Sie wirkt sehr naiv und tut sich schwer damit, das Verhalten anderer richtig zu interpretieren. Ob das daran liegt, dass Molly bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist und außer ihr keine nennenswerten Kontakte pflegt? Wie dem auch sei, mit der Zeit versteht man Mollys Gedankengänge immer besser und kann auch nachvollziehen, wie sie in diese Situation geraten konnte. Welche Situation? Nun, Molly wird des Mordes an einem Hotelgast verdächtigt. Es sieht nicht gut aus für sie, aber Molly ist stärker als man es ihr zutraut. Und sie hat mehr Freunde, als sie dachte, die ihr zur Seite stehen. Gemeinsam geben sie alles, um den oder die wahre(n) Schuldige(n) zu finden.

 

The Maid ist ein wunderbar entspannter Cosy Krimi mit sympathischen Charakteren: durchaus spannend, aber nicht auf die nervenzerfetzende Art. Im Fokus stehen nicht irgendwelche Gräueltaten sadistischer Killer, sondern der spezielle Charakter der Protagonistin und ihre Beziehung zu den Nebenfiguren. Nita Prose erzählt eine Kriminalgeschichte mit jeder Menge Herz, ohne sich dabei in blutigen Details oder irrelevanten Nebensächlichkeiten zu verlieren. Eine absolute Empfehlung von mir für die letzten frostigen Abende mit Kuscheldecke auf der Couch oder den nächsten (Hotel-)Urlaub.

 

 

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Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar von Robert Thorogood

Die siebenundsiebzigjährige Judith Potts lebt allein in einem Herrenhaus im idyllischen Marlow und arbeitet als Kreuzworträtsel-Autorin. Sie genießt ihren beschaulichen Alltag mit gelegentlichem Nacktschwimmen in der Themse. Ihr Leben wird jedoch auf den Kopf gestellt, als sie Zeugin eines Mordes auf dem Nachbargrundstück wird. Weil es weit und breit von der Leiche keine Spur gibt und die Polizei den Fall nicht ernst nimmt, beginnt Judith, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei lernt sie die Hundesitterin Suzie und die neurotische Pfarrersfrau Becks kennen, die ihr fortan als “Marlow Murder Club” bei den Ermittlungen helfen. Als es zu einem weiteren Mord kommt, erscheint der Fall immer rätselhafter…


Klappentext

Noch ein wunderbares Beispiel für einen Cosy Krimi: Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar. Vielleicht nochmal kurz an dieser Stelle, was man unter cosy crime oder einem Cosy Krimi eigentlich versteht: hierbei handelt es sich um Krimis, die eher langsam und gemütlich (“cosy”) erzählt werden. Zwar kann durchaus Spannung aufkommen und die Ereignisse können auch mal hektischer werden, im Großen und Ganzen ist es aber eine ruhigere Geschichte, die sich weniger durch eine Vielzahl von Grausamkeiten und enorme Brutalität auszeichnet, sondern vielmehr durch den oder die Protagonisten selbst. Oftmals spielt auch die Gegend, in der die Geschichte spielt, eine große Rolle. Berühmte Beispiele eines Cosy Krimis sind beispielsweise die Miss Marple Bücher. Und genau hier setzt Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar an.

 

Wir befinden uns in Marlow, einer kleinen Stadt, westlich von London. Hier lebt die 77-jährige Judith Potts allein in einem alten Herrenhaus direkt an der Themse. Als sie eines Tages, wie so oft, nackt in der selbigen schwimmt, wird sie Ohrenzeugin eines Mordes. Dich Polizei jedoch ist skeptisch und so nimmt Judith, ihres Zeichens Kreuzworträtsel-Autorin, die Sache einfach selbst in die Hand. Mit Rätseln kennt sie sich schließlich aus und sie weiß, was sie gehört hat. Bei ihren Ermittlungen trifft sie auf die Hundesitterin Suzie und die Pfarrersfrau Becks, welche sich ihr anschließen. Gemeinsam sind sie der Polizei schon bald voraus und kommen dem oder der Täter*in näher als ihnen lieb ist.

 

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar, gelesen von Christine Prayon, ist eine spannende, liebevoll erzählte Geschichte zum Miträtseln und Miss Marple Flair. Viele kleine Geheimnisse und interessante Charaktere sorgen für ein kurzweiliges Vergnügen. Neben The Maid noch Platz im Koffer? Dann nehmt diesen Krimi am besten auch gleich mit in den Urlaub.

 

 

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Kitchen Impossible von Tim Mälzer

Tim Mälzer: Küchenbulle, Küchenmaschine, selbsterklärter Küchengott – Millionen begeisterter Fans sehen ihn in der TV-Kochshow »Kitchen Impossible« auf VOX schwitzen, fluchen und kochen. Nicht immer kann er seinen Gegner in die Pfanne hauen, aber beste Unterhaltung mit kulinarischen und emotionalen Höhenflügen ist garantiert. Ob in fernen Ländern, der hessischen Provinz oder auf dem Marineschiff: Tim Mälzer gibt alles und scheitert genauso grandios wie er siegt – echter gehts nicht. Das Buch nimmt die Fans mit auf die emotionale Reise zu den tollsten Locations und den krassesten Challenges der Sendung, blickt hinter die Kulissen und serviert die 45 besten Rezepte. Ein Reise-Koch-Buch zu »Kitchen Impossible« für Kenner.


Klappentext

Deutschsprachiges Fernsehen ist nicht so meins. Selbst die Nachrichten lese ich lieber im Internet nach oder höre sie auf dem Weg zur Arbeit im Radio. Eine Weile habe ich noch Grill den Henssler gesehen, aber die Gäste gingen mir irgendwann auf die Nerven und ich vermisse Ruth Moschner. GNTM regt mich nur noch auf und auf die Idee, Bachelor und das Dschungelcamp einzuschalten, würde ich nicht im Traum kommen. Tatort, Dark oder der Club der roten Bänder? Nope. Einzig Kitchen Impossible gucke ich regelmäßig und freue mich auf jede neue Staffel. Über das Niveau der Sendung brauchen wir gar nicht zu streiten. Das andauernde Gefluche (da lerne selbst ich noch neue Schimpfwörter) und die grenzenlose Selbstverherrlichung (“Ich bin der beste italienische Koch außerhalb von Italien!”) sind jedoch genau das, was die Sendung ausmacht: Köche, die sich unbesiegbar fühlen und dann doch gnadenlos scheitern. Dazu Herzensküche, die die Seele der Orte und / oder Länder einfängt – oftmals generationsübergreifend. Spannende und einzigartige Kulinarik an Orten, wo man sie vielleicht nicht erwartet hätte. Egal ob High End Sterneküche (“Pinzettenküche”) oder Street Food, ob bei Oma zu Hause oder im Luxushotel – jedes Gericht, egal wie simpel mahcnmal vielleicht auch es im ersten Moment zu sein scheint, hat es in sich.

 

Aber worum geht es denn jetzt eigentlich bei Kitchen Impossible? Soll je Leute geben, die die Sendung nicht kennen… In jeder Folge stellt sich Tim Mälzer einem Herausforderer oder einer Herausforderin. Sie schicken sich gegenseitig an Orte rund um die Welt, an denen sie jeweils eine schwarze Box erwartet. Darin befindet sich ein Gericht, welches es nachzukochen gilt. Ohne das Rezept, ohne auch nur den Namen des Gerichtes zu kennen. Die Köch*innen müssen sich auf ihre fünf Sinne verlassen, das Gericht analysieren und es nachbauen. Selbst die Zutaten müssen selbst ausgewählt und gekauft, gesammelt oder gefangen werden. Wie gut es ihnen gelungen ist, entscheidet eine Jury aus 10 Menschen, die das Gericht in- und auswendig kennen. Etwas, weil es ihr Lieblingsessen ist oder sie selbst zum Küchenteam des jeweiligen Restaurants gehören.

 

Nun aber genug zu der Fernsehsendung. Das Buch führt die Leser durch 7 Staffeln Kitchen Impossible. Neben 45 Rezepten aus aller Welt erwarten sie Zahlen, Anekdoten und Fakten rund um die besuchten Orte, die Köch*innen und die Gerichte. Zugegeben, im ersten Moment war ich etwas enttäuscht, weil ich auf mehr Rezepte gehofft hatte. Zum Vergleich: andere Kochbücher von Tim Mälzer enthalten 100 bis 120 Rezepte. Dafür sind viele Rezepte dabei, die ich schon lange mal nachkochen wollte. Von Tiramisu-Trote über Wiener Schnitzel und Shakshuka bis hin zu Empanadas und Baklava – es sind einige meiner Favoriten vertreten. Vieles sind Gerichte, die auf den ersten Blick vielleicht nicht so besonders scheinen. Apfelstrudel und Kaiserschmarrn, Erbsensuppe und Bohneneintopf, Himbeermarmelade und Pizza Margaritha – das klingt erstmal nicht nach hoher Kochkunst und exotischen Rezepten. Wer jedoch die Sendung kennt weiß, dass es sich hierbei nicht um irgendein Wiener Schnitzel oder irgendeinen Apfelstrudel handelt, sondern um Gerichte, die so gut sind, dass es selbst Sterneköche aus den Socken haut. Und ein paar exotischere Gerichte sind natürlich auch mit dabei. Zudem ist das Buch schön geschrieben. Ich lese Kochbücher sonst nicht, sondern konzentriere mich auf die Rezepte. Hier habe ich alles gelesen und musste das ein oder andere Mal schmunzeln, hier und da auch lachen und kann mich nur nochmal wiederholen: ich freue mich schon auf die nächste Staffel. Für Fans der Serie ein Must Have, für alle anderen sicherlich ein Nice To Have.

 

 

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Kitchen Impossible

 

 

Melanies Unterschrift1
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